Ihre Fragen zur Darmspiegelung (Ileocoloskopie)

Was ist eine Dickdarmspiegelung?

Mit dieser Untersuchungsmethode kann die innere Schleimhaut des Dickdarmes beurteilt werden. Das Untersuchungsgerät (Endoskop) ist ein schlauchartiges flexibles optisches Gerät zur Ausspiegelung von Körperhöhlen

Die Gerätespitze kann unter Sicht nach allen Richtungen bewegt werden. Über eine hier befindliche Optik ist es möglich, den Dickdarm in allen Abschnitten zu betrachten. Bei Bedarf können Proben mit einer kleinen Zange entnommen oder Polypen mit einer Schlinge abgetragen werden.

Wie wird die Koloskopie durchgeführt?

Bei der Koloskopie wird das biegsame, ca. 150 cm lange und knapp 15 mm dicke Koloskop durch den After in den Darm vorgeschoben. Die Untersuchung wird bei Beginn in Seitenlage und dann üblicherweise in Rückenlage durchgeführt. Unter Verwendung eines Gleitmittels wird das Gerät durch den After unter ständiger Sicht des Untersuchers in den Darm eingeführt und langsam vorgeschoben. Die Untersuchung ist beendet, wenn der Übergang zum Dünndarm erreicht worden ist. Bei bestimmten Fragestellungen werden auch die letzten Zentimeter des Dünndarmes ausgespiegelt um krankhafte Veränderungen hier auszuschliessen.

Ist die Untersuchung schmerzhaft?

In der Regel ist die Dickdarmspiegelung schmerzfrei. Das Eingeben von Luft und die Bewegungen mit dem Koloskop werden von vielen Patienten als unangenehm empfunden. Die Untersuchung wird aber von den meisten Patienten gut toleriert. Bei Bedarf ( bei uns in mehr als 90% der Untersuchungen) kann ein Beruhigungsmittel vor der Untersuchung und auch wiederholt während der Untersuchung verabreicht werden. Die Entnahme von Gewebeproben und die Entfernung von Polypen sind schmerzfrei, da es in der Schleimhaut des Dickdarmes keine Nerven gibt.

Warum wird eine Koloskopie durchgeführt?

Eine Koloskopie wird durchgeführt, wenn eine Erkrankung des Dickdarms vermutet wird oder der Verlauf einer bereits bekannten Erkrankung beurteilt werden soll. Mit Hilfe der Koloskopie kann der Arzt den gesamten Dickdarm detailliert einsehen, Gewebeproben krankheitsverdächtiger Bereiche zur mikroskopischen Untersuchung entnehmen und häufig auch gleich die notwendige Behandlungn und Entfernung von Polypen durchführen. Dabei ist das Verfahren wesentlich sicherer als beispielsweise eine Operation. Bei Verdacht auf folgende Erkrankungen ist die Koloskopie zur Sicherung der Diagnose, Erfassung der Ausdehnung der Erkrankung und als Kontrolluntersuchung nach einer durchgeführten Therapie ein Verfahren der ersten Wahl:
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Vorsorgekoloskopie bei beschwerdefreien Patienten
  • Dickdarmdivertikel
  • Dickdarmpolypen
  • bösartige Tumoren des Dickdarms
  • andere Ursachen
    • Darmblutungen unklarer Ursache
    • unklare, chronische Verstopfung oder Durchfälle
    • Ausschluß organischer Ursachen einer funktionellen Erkrankung
      (z.B. sogenannter Reizdarm)

Welche Risiken hat die Koloskopie?

Die allermeisten Darmspiegelungen verlaufen ohne jegliche Komplikation. Durch Probenentnahme kann es in sehr seltenen Fällen zu Blutungen kommen. Blutungen können in seltenen Fällen auch nach Polypenentfernungen auftreten. Die meisten Blutungen treten während der Untersuchung auf und können durch weitere Maßnahmen während der Untersuchung beherrscht werden. In sehr seltenen Fällen kann eine operative Blutstillung und Gabe mit Blutprodukten notwendig werden. Ein Durchbruch der Darmwand ist bei geschwächtem Gewebe des Darmes denkbar und tritt nur in seltenen Fällen auf.. Diese Komplikation kann auch nach Polypenentfernung auftreten. In einem solchen Fall muss operiert werden. Allergische Reaktionen wie Rötung, Juckreiz, Erbrechen auf verabreichte Medikamente, Pflaster kommen vor. Sie klingen meist bald wieder ab. Selten kann es auch zu einer akuten Verschlechterung von Vorerkrankungen (insbesondere Herz- und Lungenerkrankungen) kommen, die eine Krankenhauseinweisung notwendig machen. In seltenen Fällen kann es nach Gabe des Beruhigungsmittels zu Beeinträchtigung der Atmung kommen. Um auftretende Komplikationen sofort zu erkennen, werden Atmung und Puls eines jeden Patienten während der Untersuchung und, falls er ein Beruhigungsmittel bekommen hat, auch danach ständig überwacht.